Maltechnik

Meine Arbeitsweise ist langwierig und aufwendig. Ich nutze die klassischen Malechniken, wie sie in der Renaissance entwickelt wurden. Nach der Vorbereitung des Malgrundes auf der Maltafel, wird eine zarte Vorzeichnung übertragen. Dann beginne ich mit der Untermalung – zuerst ins Dunkle, dann ins Helle. Allein dieser Prozess dauert schon drei bis vier Wochen. Darauf folgen die Arbeitsgänge der sogenannten Schichten – oder Lasurmalerei. Die Ölfarbe wird in mehreren transparenten oder halbdeckenden Schichten auf die Untermalung aufgetragen. Jede dieser Farbschichten unterliegt einem Trocknungsprozess, der eingehalten werden muss, damit die folgenden Farbaufträge die darunter liegenden Farben nicht anlösen. So entsteht eine faszinierende Farbwirkung mit einer Tiefe, wie sie nur auf diese Weise zu erreichen ist. Es ist ein sehr komplizierter Arbeitsprozess, bei dem man alle aufeinander folgenden Schritte mit ihren Wirkungen schon durchdacht haben muss, um ans Ziel zu kommen. Man könnte es mit einem Schachspiel vergleichen – jeder Zug hat von Beginn an seine Konsequenzen und Auswirkungen in einem komplexen System bis hin zum Ende der Partie.

Diese Malweise hat nichts mit Schnelligkeit zu tun.  – Ich konzentriere mich auf das mit Ölfarbe maximal erreichbare Ergebnis. Die Ästhetik dieser „alten“ Maltechnik begeistert mich jeden Tag.

 

Tübke Malerei

wie ein Gemälde entsteht